Firmung mit Bischof Franziskus von Streng, Altishofen, 1938

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Unser Bild stammt von der Firmung mit Bischof Franziskus von Streng am 16. Mai 1938 in Altishofen. Der kleine Bub auf dem Bild konnte die Firmung nie empfangen. Er starb mit sieben Jahren. Das Bild wurde zur Verfügung gestellt von Marlis Stocker-Birrer, Nebikon.

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Hinterländer Auswanderer nach Kanada, unterwegs in Paris

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Unser Bild entstand Ende der 1940er-Jahre. Es zeigt Hinterländer Auswanderer («Holzfäller») nach Kanada unterwegs in Paris. Der Fünfte von rechts ist Alfred Gut (Jg. 1923), Ludligen, Altbüron. Das Bild wurde zur Verfügung gestellt von Ferdi Bernet, Altbüron.

Aus dem WB vom 13. April 1968

Die Tanne von Grossdietwil

Ein Betagter ist gefallen – Als 1830 die erste Dampfloki von Manchester nach Liverpool fauchte, als in der Schweiz zahlreiche Kantone um neue Verfassungen kämpften, damals duckte ich mich als winzig kleines Tännchen im Horben in Grossdietwil. Im äusserst fruchtbaren Waldboden erhielt ich Nahrung und wuchs und wuchs. Ich erstarkte und bald einmal duldete ich in meiner nächsten Umgebung keine Tannen mehr. Oft schritt der Förster an mir vorbei, bestaunte mich, lobte mein Wachstum, die Korporationsverwaltung wurde von Jahr zu Jahr stolzer auf mich. Holzer sprachen vor mir, und oft war mein staatlicher Wuchs das Gespräch am Tisch beim frohen Becherklang. 47 Meter hoch reckte ich meinen Kopf. Mit Verachtung blickte ich auf alle Waldbäume der Umgebung. Ich trotzte dem Sturm, dem Schnee, dem Wetter. Mancher Wanderer hielt inne, wenn er mich von der nahen Waldstrasse aus betrachtete. Aber letztes Jahr, als am 13. März 1967 die Frühlingsstürme mit Macht durch den Wald fegten, mochte ich nicht mehr standzuhalten. Der Wind warf mich unter gewaltigem Getöse auf den Waldboden. So blieb ich liegen. Noch lieferten mir 1967 die Wurzeln, die hälftig in der feuchten Walderde hafteten, Wasser und Nährstoffe.

In den letzten Tagen aber, als die Schneedecke allmählich verschwand, rückten die Holzer heran mit Beil, Motorsäge, Traktor und Flaschenzug. Und so wurde ich zersägt und auf die Strasse befördert. Hier warte ich auf den Abtransport. Der Förster ist mit meinen Massen zufrieden: 1,15 Bodendurchmesser, wahrlich nicht alltäglich. 10,4 Kubikmeter Nutzholz ergab ich, vom Brennholz nicht die Rede. Der Personalkorporationsverwaltung rühmt mich, dass ich der mächtigste Kerl in ihren Waldungen war.

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Mit Traktor, Seilwiinde und Motorsäge richtet man diesem Riesen zu Leibe, der ca. 138 Jahre im Horben, in den Waldungen der Persoanlkorporation Grossdietwil stand.

Musikgesellschaft Eintracht Schötz, 1920

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Die aus konservativen Kreisen stammende Feldmusikgesellschaft Eintracht Schötz wurde im Jahre 1895 gegründet. Unser Bild stammt aus dem Jubiläumsjahr 1920. Es war nicht ganz einfach, 98 Jahre später, die Namen der Musikanten ausfindig zu machen, deshalb unsere Angaben mit einem kleinen Vorbehalt. Von links nach rechts: Iseli Christian, Garage; Ambühl Xaver, Ausserdorf; Fellmann Josef, Kanzlist; Wirz Otto, Schuhhandlung; Zemp Anton, Biffig; Bossart Kaspar, Unterdorf; Hunkeler Anton, Wellberg (Posaune); Roth Franz, Schneidermeister (Tambour); Meier Josef, Moos; Wirz Moritz, Lehrer; Bossart Josef, Unterdorf; Bossart Anton, Unterdorf; Meier Franz, Wissenhusen; Willimann Vinzenz, Mösli; Bossardt Konrad, Lehrer (Direktor); Kaufmann Robert, Alberswil; Graf Franz, Schlosserei; Bossart Kaspar, Grossrat’s; Burkart Johann, Unterwellberg (Fähnrich); Muff Jost, Oberdorf; Greber Jakob, Feld; Bättig Josef, Gläng (Pauke); Iseli Eduard, Kantonsstrasse; Huber Johann, Gläng. In Schötz gab es auch die ebenso bekannte liberale Musikgesellschaft Frohsinn, die 1889 gegründet wurde. Motiviert durch parteipolitisches Gedankengut standen sich die beiden stolzen Vereine während vieler Jahrzehnte in spannendem Konkurrenzkampf gegenüber. Seit 2006 sind sie nun eine beispielhafte Einheit, die als Brass Band Schötz das Dorfleben mit ihren hochstehenden Konzerten und kirchlichen und weltlichen Auftritten bereichert. – Das Bild wurde zur Verfügung gestellt von Mauriz Willimann, Schötz.

Aus dem WB vom 5. Juli 1977

Tief verankertes Brauchtum und ein mannigfacher Ausdruck der Lebensfreude

Das prachtvolle Sommerwetter, die tadellos eingespielte Festorganisation und ein gewaltiger Zustrom von Festbesuchern aus der ganzen Innerschweiz, aber auch aus dem Oberaargau und dem Bernbiet, prägten das „Zentralschweizerische“ der Jodler, Alphornbläser und Fahnenschwinger. Drei Höhepunkte dieses unvergesslichen Festanlasses in der aufstrebenden Wiggertaler Metropole, dem zahlreiche prominente Gäste beiwohnten, bildeten die Uebergabe der Verbandsfahne vom letztmaligen Festort Sarnen an Schötz, der eindrücklich gestaltete Feldgottesdienst mit der Jodlermesse von Jost Marti und der farbenfrohe, 63 originelle Sujets umfassende Festzug vom Sonntagnachmittag, den über 20000 begeisterte Zuschauer miterlebten und der durch das Schweizer Fernsehen direkt übertragen wurde.

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Die imposante Vorführung der Fahnenschwinger.

„Ein Dorf – eine Begeisterung – eine Harmonie!“ Diese Worte von OK-Präsident Hans Schärli, Nationalrat, charakterisierten treffend die Arbeit des Festkomitees und den Anlass insgesamt. (…)

Das Brauchtum als wertvolles Volksgut kommt in dem von Arthur Müller (Luzern) geschaffenen Festspiel „Chöschtlechs Erb“, das während dem Festanlass vier Mal im grossen Festzelt aufgeführt wird, auf eine Art zur Darstellung, welche nachhaltige Eindrücke hinterlässt. Hier finden sich einzelne Mitwirkende, Gruppen und ganze Vereine zusammen zu einem Ganzen, dem der Glanz der Einmaligkeit anhaftet. Dieses eindrucksstarke Festspiel zeigt in zwei grossen Bilderbogen das Schweizer Brauchtum aus der Sicht von vier bedeutenden Innerschweizer Jodelliederkomponisten, Alfred L. Gassmann, Robert Fellmann, Max Lienert und Hans Bucher. (…)

Schon am Samstagvormittag, dann den ganzen Tag über sowie am Sonntagmorgen herrschte überall, wo die zahlreichen Jodlerklubs, Einzeljodler, Jodlerinnen, Bläser und Fahnenschwinger in hren schmucken Trachten vor die Kampfrichter traten, ein reger Betrieb. (…) Überall beteiligte sich viel Publikum an den Vorführungen. In der angenehm kühlen Pfarrkirche fand man bisweilen kaum mehr einen Stehplatz, um die herrlich erfrischenden Gesangsvorträge anzuhören. Aber auch allenthalben sonst im reichbeflaggten blumengeschmückten Festort sah man übende Fahnenschwinger, hörte kräftige Jutzer oder lauschte den vielen Jodler- und Gesangsgruppen, die sich irgendwo im Schatten eines Baumes oder unter dem Schutz eines Hausdaches vor dem Auftritt noch eine kurze Probe abhielten. Feststimmung, farbenprächtige Trachten mit feinen Stickereien, Folkloregruppen verschiedener Art und Herkunft, die Entlebucher Mundart, wie auch der Obwaldner Dialekt, prägten die Dorfszene von Schötz; ein Festort, der im Glanz der brennenden Sonne erstrahlte und so viele Menschen von nah und fern, jung und alt, in seinen Bann zog. Nach einem vielbeachteten mehrstimmigen Alphorblasen etwas ausserhalb des Dorfes, fand sich eine grosse Festgemeinde auf dem Schulhausplatz zum Empfang und Übergabe der Verbandsfahne zusammen. (…)

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Innerschweizer Trachtenfrauen bei ihren vielbeachteten Gesangsvorträgen.

Hunderte von Festbesuchern versammelten sich am Sonntagvormittag zu einem erhebenden Feldgottesdienst auf dem Schulhausplatz, in dessen Mittelpunkt Pfarrer Josef Peter die tiefe Bedeutung des Gesanges skizzierte. Auch der Jodelgesang, der Jutzer ist zunächst ein Ausdruck der Lebensfreude, aber die echte und dauernde Lebensfreude kann es nur geben, wenn der Mensch sein Schaffen auf Gott ausrichtet uns sein grundlegendes Lebensziel als Christ erkennt und demnach handelt. (…)

Der ausserordentlich abwechslungsreich gestaltete farbenfrohe Festzug unter dem Motto „Bodeschtändig und froh“, den über 20000 Festbesucher miterlebten, bot einen höchst interessanten Einblick in die Vergangenheit und das Schaffen der heutigen Zeit, wie man lebt und wirkt in den Regionen der Innerschweiz und wie man hierzulanden das uralte Brauchtum noch hegt und pflegt. Es war ein Festzug mit Ideenkraft und Originalität. Unzählige farbenprächtige Trachten, Fahnen, in der sonne glitzernde Musikinstrumente, kräfitge Jutzer, heimelige Jodelgesänge, prächtige Blumenwagen, niedliche Kindergruppen in Trachten und mit herrlich vierzierten Wägelchen und kleinen Tieren, alles in allem, eine einmalig schöne Parade der Heimatverbundenheit und ein mannigfacher Ausdruck der Lebensfreude. (…)

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Der von der Menznauer Mosterei verteilte Gratisdrink fand viele dankbare Abnehmer.

Am Rande notiert:
Am Sonntag wurden im grossen Festzelt 1800 Mittagessen serviert. Verzehrt wurden 400 Liter Suppe, 300 kg Fleisch, 200 kg Bohnen, 100 kg Kartoffelstock, 60 Büchsen Ananas und 18 Büchsen rote Kirschen. Daneben wurden allein bis Sonntagmittag 500 Liter Wein, 2000 kleine Flaschen Wein, 10000 Flaschen Bier, 4500 Bratwürste, 2000 Cervelas und ca. 1800 Faustbrötchen konsumiert. Am Samstagabend wurden im (kleineren) Bierzelt allein 1200 Liter Bier verkauft.

 

Eröffnung Autobusbetrieb Reide, 1926

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«Gruss zur letzten Fahrt. Leb wohl auf immerdar». Der 1. März 1926 war dann der Tag der Eröffnung des Autobusbetriebes Reiden – Roggliswil. Die Herren Brugger/Wirth aus Pfaffnau-Roggliswil übernahmen die Führung von täglich zwei Kursen mit einem Auto zu 5 bis 7 Plätzen. Die Kilometerentschädigung betrug 73 Rappen. Das Bild wurde zur Verfügung gestellt von Hermann Keist, Reiden.