Pfaffnau erhält ein Gemeindehaus

Zur ausserordentlichen Einwohner-Gemeindeversammlung fand sich letzten Montag, 11. November, abends 20.00 Uhr in der Turnhalle des alten Schulhauses Pfaffnau eine erfreuliche Anzahl von 110 Bürgern ein, denn es galt, wichtige Beschlüsse zu fassen. Pünktlich konnte Gemeindepräsident Theo Kugler die Versammlung eröffnen. Zuerst gedachten die Anwesenden der bei der furchtbaren Eisenbahnkatastrophe im Wallis verunglückten zehn Personen aus der Gemeinde und der im laufenden Jahre Verstorbenen. – Als erstes Traktandum folgte dann die Vorlage der Bauabrechnung über das neue Schulhaus in St. Urban, die von der kantonalen Kommission für Begutachtung von Projekten für Schulanlagen geprüft und in Ordnung befunden wurde. Die gesamte Bauanlage hat nach Ansicht dieser Kommission „einen vorzüglichen Eindruck“ hinterlassen. Es wurden moderne und zweckmässige Schulräume geschaffen. die Details wurden sorgfältig gepflegt. Dies ist das Verdienst des planenden Architekten Thomas Jäger, Beromünster. Der Gemeinde Pfaffnau gebührt für diese grosszügige Anlage der Dank der kantonalen Schulbehörde Einstimmig wurde die Abrechnung genehmigt und beschlossen, die hiefür bestehenden Kontokorrentschulden auf der Darlehenskasse St. Gallen und Pfaffnau in ein Annuitätenanleihen von 830000 Franken umzuwandeln.

Im zweiten Traktandum resultierte der einstimmige Beschluss, das sogennante Zehntenhaus (Gemeindekanzlei mit Feuerwehrlokal) Pfaffnau zum Preise von 50000 Franken an die katholische Kirchgemeinde Pfaffnau zu veräussern.

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Modell des Projektes (Foto Friebel, Sursee)

Hierauf schritt man zur Behandlung des Haupttraktandums: Bau des neuen Gemeindehauses in Pfaffnau. Die räumlichen Verhältnisse in der heutigen Kanzlei sind bekanntlich äusserst prekär geworden. Um die Sanierung dieser misslichen Zustände, die zu verschiedenen Malen von regierungsrätlicher Seite beanstandet wurden, voranzutreiben, hat die Gemeindehaus-Kommission vorzügliche Vorarbeit geleistet. Das vorliegende Projekt, hervorgegangen aus einem Wettbewerb und zur Weiterüberarbeitung dem Architekturbüro G. Walder und K. Steger, Reiden, übertragen, verspricht eine gerechte Lösung des Raumproblems. Das Raumprogramm umfasst: Gemeindeverwaltungsräume, Feuerwehrmagazin, Polizeiposten mit Wohnung, zwei Appartementswohnungen und 60 Parkplätze für PW. Nachdem Architekt G. Walder der Versammlung den Bau vorgestellt hatte, schritt man zur Abstimmung, die dann auch mit überwältigender Mehrheit den hierfür notwendigen Kredit  von 670000 Franken und die Aufnahme eines Bankdarlehens von 590000 Franken erteilte. Mit sichtlicher Freude begrüssten und verdankten Präsident Kugler und Gemeindeschreiber H. Bättig die grosszügig erteilte Zustimmung.

Nun folgte der einstimmige Beschluss zum Beitritt der Gemeinde Pfaffnau zum öffentlich-rechtlichen Gemeinde-Zweckverband für die Organisation der Amtsvormundschaft im Amte Willisau.

Nach Erledigung der Geschäfte orientierte Gemeindeammann V. Rösli über die finanzielle Lage der Gemeinde. Nachdem die beiden Schulhäuser Pfaffnau und St. Urban in sehr zufriedenstellender Art und Weise erstellt werden konnten, dürfe man ohne Steuererhöhung zum Bau des Gemeindehauses schreiten. Wohl hat die Gemeinde noch mehrere bauliche Aufgaben vor sich. Doch sei der Bau des Gemeindehauses am vordringlichsten. Der Baubeschluss bedeute für die Gemeinde ein wichtiger Marktstein.

Nachdem Präsident Kugler allen Anwesenden für ihr Interesse am Gemeindegeschehen gedankt und ein gutes Jahresende gewünscht hatte, konnte die Versammlung nach einstündiger Dauer geschlossen werden.

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