Nächsten Winter klappt die Schneeräumung in Willisau

Ohne Opposition, jeweils mit grossen Mehrheiten und ohne Gegenstimmen erteilten die Bürger von Willisau-Stadt (77 Teilnehmer) an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung folgenden Vorlagen des Stadtrates ihre Zustimmung: Kredit von Fr. 36000.– für den Ankauf eines Umimogs für den Strassenunterhalt inklusive Zusatzgeräte (Schneepflug, Schneeauflader, Sandstreuer); Kredit von Fr. 40000.– für eine Kanalisation zwische Siedlung Sänti und Eidg. Zeughaus; Gemeindebeitrag von Fr. 9287.– an die Neuasphaltierung der Zufahrtsstrasse zur Kleiderfabrik Ritex AG; Uebernahme der Quartierstrassen auf der Kirbelmatte als gemeindeeigenen Strassen. Stadtpräsident Bühler präsentierte einmal mehr vorzüglich. Aber auch sein gewohnt charmantes Lächeln, dem er einen besonderen Glanz zu geben sich bemühte, vermochte nicht darüber hinwegzutäuschen, dass er und der weitere stadträtliche Sprecher, Stadtammann Höltschi, offensichtlich nicht gerade den besten Tag erwischt hatten. Anders ist es nicht zu erklären, dass in gereiztem Ton auf klare, sachliche Fragen erklärt wurde, man mache keine Prestigefrage daraus, ob der Unimog angekauft werde oder nicht. Zudem zeugt es nicht von einer umfassenden Abklärung, wenn man glaubt, dass dieser Anstösser auch noch 2000 Franken und vielleicht dieser oder jener auch noch etwas beisteuern werde! Stadtammann Höltschi müssen wir assistieren, dass er sich immer bemüht, die Gemeindeversammlungen durch kurze Orientierungen in einem zeitlich erträglichen Rahmen zu halten. Es darf aber nicht so sein, dass der Kürze wegen die umfassende Orientierung der Bürgerschaft zu leiden hat.

Es sei nur vermerkt, dass er den Ankauf des Unimogs ausschliesslich auf Grund der Schneeräumung beliebt zu machen versuchte. Darum ist es auch verständlich, wenn aus der Mitte der Bürgerschaft klärende Fragen gestellt wurden. Es war durchaus am Platze, dass Dr. Beutler die Frage nach der Finanzierung stellte. Man werde keine Schwierigkeiten haben, diese Aufwendungen in den Rechnungen 1962 und 1963 unterzubringen, war die Antwort. Grundbuchverwalter Vonwyl stellte wirtschaftliche Ueberlegungen an. Ihm schien die Anschaffung, wenn sie nur für die Schneeräumung eingesetzt wird, teuer zu sein. Auch eine Gemeinde, obwohl man sie nicht mit einem Privatbetrieb gleichstellen kann, hat sich darüber Rechenschaft zu geben, in welchem Verhältnis die Aufwendungen zu den Erträgnissen stehen und ob auf Grund des Resultates die Anschaffung gerechtfertigt ist. Wenn man beispielsweise für ein Jahr 52 44-Stunden-Wochen einsetzt, ergibt das ein Total von rund 2300 Stunden. Die Schneeräumung allein hat an diesen Stunden einen geringen Anteil. Diese Ueberlegung ist auch der Grund zur Frage gewesen, wie man den Unimog weiter einsetzen könne und ob er eventuell auf Anfrage auch andern (Korporation) zur Verfügung stehe. Es geht nicht an, dass man dem Interpellanten aus dieser Fragestellung einen Strick drehen wollte, in dem man ihm indirekt vorhielt, er ziele auf eine Konkurrenzierung der Privatwirtschaft ab.

Anhand eines praktischen Beispiels zeigte Korporationspräsident Troxler, dass in andern Gemeinden der Unimog auch der Korporation zur Verrichtung verschiedener Arbeiten zur Verfügung gestellt wird und dabei soll man keine schlechten Erfahrungen machen. Warum könnte das also nicht auch hier möglich sein, wenn man damit beispielsweise der Korporation einen Dienst erweisen und das Fahrzeug damit vermehr eingesetzt werden könnte?! Dass man selbst nicht unbedingt von der Wirtschaftlichkeit der Anschaffung für die Gemeinde überzeugt war, bestätigte Stadtpräsident Bühler übrigens selbst, indem er erklärte, dem Stadtrat wäre es lieber gewesen, wenn die Korporation das Fahrzeug angeschafft hätte…

Es sei nochmals festgestellt, dem Ankauf des Unimogs wurde nicht opponiert, denn alle Bürger haben ein Interesse daran, dass auch im Winter unsere Strassen prompt und zuverlässig geräumt und unterhalten werden können. Die Frage jedoch, ob alle Varianten und Möglichkeiten ausgeschöpft wurden, ob nicht von privater Seite ein geeignetes Fahrzeug für die Ausführungen der Arbeiten der Gemeinde hätte herangezogen werden können, blieb unbeantwortet und ist deshalb nach wie vor offen.

Den Finger auf einen wunden Punkt legte Dr. Wiprächtiger, als er von einem Gerücht sprach, der Stadtrat habe im Betrag von an die 3000 Franken neue Militärbetten angeschafft. Nach dem noch immer in Kraft stehenden Gemeindegesetz hat die Bürgerschaft als letzte Instanz über solche Beträge zu befinden. Er vermisste denn auch einen entsprechenden Punkt auf der Traktandenliste. Nun, inbezug auf die Militärbetten ist die Sachlage die folgende: Ein Beschluss musste rasch gefasst werden, da die Betten für die gegenwärtige Einquartierung gebraucht werden. Um die Kreditanforderung vor die Gemeindeversammlung zu bringen, war die vorhandene Zeit zu kurz. Man hätte aber erwarten dürfen, dass über das Vorgehen wenigstens in Form einer Orientierung von Stadtratstisch aus gesprochen worden wäre.

Advertisements