Falsch gesteuerter VW bedrohte Willisau Kunstdenkmal

Die Heiligblutkapelle Willisau, 1674/75 erbaut, gehört zu den stattlichsten historischen Bauten des Städtchens. Sie datiert auf eine Begebenheit im Jahr 1392, als ein Kartenspieler vor dem Obertor Christus lästerte und seinen Dolch fluchend in die Luft warf. Zum Schrecken der Spieler fielen fünf Blutstropfen auf den Tisch, die kein Wasser wegwischen konnte Die Kapelle war seit jeher ein viel besuchtes Wallfahrtsziel. 1938/1940 wurde sie einer fachmännischen Restauration unterzogen und steht heute unter Denkmalschutz. Vor kurzem wurde erneut eine umfassende und kostspielige Aussenrenovation abgeschlossen und momentan ist man daran, eine neue Bestuhlung und eine Heizung einzubauen.

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In der Nacht vom Mittwoch auf den Donnerstag, kurz nach 22 Uhr, raste ein 18-einhalb Jähriger VW-Fahrer, von der Hergiswilerstrasse herkommend, in die Vorhalle der Kapelle, rasierte zwei Säulen weg und brachte einen Teil der Decke zum Einsturz. Bereits war auch schon die dritte der vier Säulen ganz erheblich touchiert. Ihr Fall hätte unweigerlich die ganze Vorhalle zum Einsturz gebracht. Der VW-Fahrer, der den Führerschein erst seit nicht allzu langer Zeit in der Tasche hat, trug erstaunlicherweise nur kleine Schnittwunden an der Stirne davon. Die Polizei ordnete vorsorglich eine Blutprobe an. Der Wagen dagegen dürfte Totalschaden erlitten haben. Polizei und Feuerwehr brachten die notwendigen Sicherungen an, um den totalen Einsturz der Vorhalle zu verhindern und besorgten auch die dringlichsten Räumungsarbeiten. Der spektakuläre Vorfall wurde begreiflicherweise zum Willisauer Tagesgespräch