Wikon. Auf Initiative der Sozialisten hatte die Bürgerschaft unserer Gemeinde am 8. und 9. März über die Frage der Einführung des Proporzes bei der Wahl des Gemeinderates abzustimmen. Mit 127 Nein gegen 72 Ja wurde das Begehren abgelehnt.

Noch nie hat eine Gemeindeabstimmung so viele Bürger an die Urne gezogen. Der Entscheid war prinzipiell wichtig, da es schlussendlich um die Frage ging, ob die Sozialisten eine Vertretung in der Gemeindebehörde erhalten oder nicht. Die 72 Ja sind eine beachtliche Minderheit; erst recht, wenn man bedenkt, dass die sozialistische Partei in der Gemeinde Wikon erst seit etwa zwei Jahren existiert. Es ist mit Sicherheit anzunehmen, dass etliche Liberale den Sozialisten ihre Stimme gaben. Und dies vielleicht weniger aus grundsätzlicher Überlegung, als aus einer bestimmten Verärgerung gegenüber einem gewissen Teil der intoleranten, fast alles regierenden liberalen Führung. Der Ruf nach einer gesunden Opposition mag dem einten oder anderen ein „Ja“ abgerungen haben, der sonst ein „Nein“ in die Urne gelegt hätte. Der unvoreingenommene Beobachter fragt sich, ob die vergangene Abstimmung ein wirklicher Sieg der Liberalen war, oder ob es bei der politischen Struktur in der Gemeinde Wikon nicht klüger gewesen wäre, den Sozialisten freiwillig ein Gemeinderatsmandat abzutreten? Die Zukunft wird diese Frage beantworten.