Die gestrengen Herren Eisheiligen. Die nach uralter Wetterprofetie und ehrwürdigem Volksglauben vom 11. bis 14. Mai die bösen winterlichen Geister Frost und Reif über lenzlich keimende und sprossende Fluren treiben sollen, waren heuer dem braven Landmanne wohlgesinnt. Sie verleugneten ihren schlimmen Ruf und machten gut, was minder verrufene Tage an Bösem angerichtet haben. Pankraz, Servaz und Bonifaz, die christlichen Heiligen, sind unschuldigerweise die Prügeljungen der Kalendermacher geworden für alteingefressenen heidnisch-germanischen Zauberglauben, der des Winters heimtückische Rückfälle in wilden Reif- und Frosttriesen personnifizierte. Zwar lehrt die Meteorologie, dass den lenzlichen Tagen im Maien gerne nächtliche Abkühlungen beschieden sind, doch hat das ganz natürliche Gründe und ist nicht Mache der heiligen des Tages, so wenig als St. Sophie aus purer Böswilligkeit den kältesten Maientag spenden soll.