Die Käserei Schülen in Willisau-Land umgebaut und neu eingerichtet

Letzte Woche wurde in einer schlichten Einweihungsfeier die umgebaute und neu eingerichtete Käserei Schülen in der Gemeinde Willisau-Land gezeigt und erklärt. Elngeladen waren die Käsereigenossenschaft Schülen, die hochw. Geistlichkeit, die Gemeindebehärde, die land- und milchwirtschaftlichen Organisationen, der Architekt und die Bauleute sowie die Lieferanten.

Zuerst fand ein Gottesdienst in der Bruderklausenkapelle Schülen statt, an dem die ganze Genossenschaft teilnahm. Auch die Schüler vom nahegelegenen Schulhaus fanden sich mit ihren Lehrpersonen zur Feier des Gottesdienstes ein. Nach dem Gottesdienst fand die Besichtigung, Einsegnung und Erklärung des modernen Käsereibetriebes statt. Die Führung hatte Architekt Thomas Jäger von Beromünster, der die Planung des Umbaues, die Bauführung und die modernen Einrichtungen betreute. Die Milchannahme wurde total neu eingerichtet. Der große Heizkessel
und ein Käsefertiger für insgesamt sechs Sbrinzkäse sind die Neueinrichtung in der Käseküche. Im untern Raum befindet sich die Preßeinrichtung und die Zuleitung der Käsemasse vom Fertiger zu der Preßbank. In der Käseküche sowie im Preßraum ist alles sehr solid und zweckmässig eingerichtet. Die Wandverkleidung ist praktisch und nimmt dem sauberen Raum jede Nüchternheit. Auch das Salzbad für die neuen Käse
ist sehr schön gebaut. Am Lagerkeller und am Heizkeller mußte am wenigsten umgebaut werden. Auch die Wohnung des Käsermeisters wurde baulich überholt und sehr heimelig gestaltet. Wie bei allen Umbauten gab es hier für den Architekten sehr viel zu denken und zu besprechen, bis man alles genau abgeklärt hatte und mit dem
Umbau beginnen konnte. Ueber dieses Vorhaben der Käsereigenossenschaft Schülen war im besondern der Käsermeister Werner Sommer erfreut, der jetzt in einem modernen Betrieb sein Tagewerk verrichten kann.

Da die Käserei auf der Alpgrenze von 800 m steht, konnte von Bund und Kanton auch Subvention erwartet werden. Das kantonale Meliorationsamt nahm sich des Bauvorhabens auch an und förderte die Genossenschaft in ihren Bestrebungen. Schülen hat letztes Jahr eine neue subventionierte Wasserversorgung gebaut und eingeweiht und dieses Jahr ist die Käserei auch neu gebaut worden, so daß sie nun für lange Zeit ihren Dienst tun wird. Die Genossenschaft zählt 24 Lieferanten. Die Höfe sind Mittel bis groß, und das Gebiet ist für die Milchgewinnung als sehr gut bekannt. Die schönen Sommer garantieren jeweils eine reiche Laktation. Die rund 700 000 kg Milch im Jahr werden zu gutem Sbrinzkäse verarbeitet.

Daß die Freude unter den Bauern sehr groß ist über das abgeschlossene Bauwerk ihrer Käserei, kam vor allem am Abend beim gemeinsamen Nachtessen im Hotel Krone, Willisau, zum Ausdruck. Hier sprach der Präsident der Genossenschaft Schülen, Josef Meyer, Bühl, die Begrüßung und hieß alle Genossenschafter, die Käsersfamllie, die Vertreter der Behörden und der land- und milchwirtschaftlichen Organisationen und alle die anwesenden Handwerker und Lieferanten herzlich willkommen. Er gab auch einen Rückblick auf die Geschichte der Käsereigenossenschaft und die Baugeschichte. Er dankte auch allseits für die erhaltene Hilfe und die fachliche Tüchtigkeit der Bauleute. Er dankte Gemeinde, Kanton und Bund für die Subvention, die die Modernisierung des Käsereibetriebes erleichtert hat.

Als Tafelmajor amtete kein geringerer als Großrat Julius Birrer, der sein Szepter erfolgreich führte. Im Verlauf des Bankettes sprachen Adjunkt Schäfer vom Zentralschweizerischen Milchverband Luzern, T. Baumgartner vom kan-
tonalen Meliorationsamt. F. Burri als Käsekäufer von Luzern, Architekt Thomas Jäger und Gemeindeammann Leonz Peter, der in seiner humorreichen Art und Weise treffliche Worte sprach. Auch der Milchinspektor Josef Truttmann sprach zur Versammlung und gab seiner Freude über das wohlgelungene Werk Ausdruck. — Wir
wünschen der Käsereigenossenschaft Schülen viel Erfolg in den neuen Anlagen. Der allseits geschätzten und beliebten Käsersfamilie Sommer mögen im schönen Heim alles Gute, Gesundheit und Glück beschieden sein.

 

Das fortschrittlichi Schüle

Schüle isch för de Fortschritt z’ha,
das gseht mer em chline Dörfli a.
E schöni Kapälle stoht z’oberist obe
’s lütet gar fröndli, am Morge, z’Mittag und z’Obe,
’s Schuelhus hend’s neu ikleidet,
die alt Stroß isch ne au verleidet.
Ne Asphaltstroß, schön und breit,
hend’s öbere Bärg ue agleit.
au d’Wasserversorgig tued endli klappe,
de Chäser cha chosle und Buure chönd schnapse,
De neu Dorfbronne macht si gar net schlächt,
aber wenn Bier tät laufe, wärs au rächt.

s’Radio, s‘ Telephon, ou ’s Fernseh trefft mer a,
alls das Modernsti chamer ha.
Auto, Jeeps ond Traktore
zum ofe Gashebel z’dröcke send sie doore,
Mäher, Heuroupe ond au Ladewäge,
das seg alls im Buur e Säge.
Au Heubelöftige, sie sigid so rationell,
Mer gsehd, die Buure send tüchtig und send hell.
Maschine zom Mäle, zum Wäsche ond zum Mahle,
es fählt us nor no eini für zom zahle.

Hend d‘ Schüler acht e Maschine für Nochwuchs z’produziere,
daß so flissig Zwilling amarschiere,
ech für mech bliebe lieber bim alte System,
es isch immer no gäbig ond gwöß angenehm.
Das Neuesti isch Käsi, die isch maximal,
wit no die modernste ober Barg ond Tal.
Do bruchts kei Hand meh, nor no e Chopf,
wenn do Eine z’schwitze chond, isch er ne Tropf.

Die Plättliwänd tuend nor so blitze,
me cha sie mit dem Wasserstrahl absprütze.
Do hets Leitige, Hähne und Apparature,
Dampf-, Drock- ond Wasseruhre,
do heißt’s de Chopf benenand ha
süscht längter de lätzi Hahne a.
De Chäsfertiger isch ganz e geniale Erfindig,
das mueß eine zuegäh, mit oder ohni Ueberwindig,
De Chäser wo do cha schaffe isch z’beniide,
jetz mags de aber au e chli meh Zeis verliide.

d’Finanze send sowieso e wonde Ponkt,
es chostet viel, es chostet viel, s’hetts mänge donkt
mängs Buurli tuet heimli brommle
nor still for sich, me hänkts ned a die großi Trommle,
so so, halt wägem zahle and bagarre,
aber mer ziehnt jo all am gliche Charre.
Jetzt heißts viel mäle, ganz ungeniert,
daß die Sach emänt glich no rentiert.
Ond gueti Milch bringe, das isch wichtig,
de grotets im Chäser, är isch jo tüchtig.
Jetz wünsch ich ihm ond siner liebe Frau
rächt viel Glück ond i allne Buure au.

Anton Burkard

 

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