Willisau. Petri Heil winkte am vergangenen Montagnachmittag unserem Mittelschulprofessor Josef Bernet. Er, der zur Erholung und Entspannung gerne zur Angelrute greift, tat im Ostergau einen prächtigen Fang. Er traute den Augen kaum, als am Angel seiner Rute ein 1,1 Meter langer und an die 8 Kilo schwerer Hecht hing. Der mehrere Minuten dauernde Kampf — er hat Seppi Bernet wohl manchen echten Schweißtropfen gekostet —, bis der seltene Fang an Land war, tat der Freude über das unverhoffte Anglerglück keinen Abbruch. Das Prachtsstück kann im «Schlüssel» portionenweise besichtigt werden.

Warum eine Gemeinschaftsantenne in Willisau?

Die Firma Rast & Fischer, Sursee/Luzern, führt gegenwärtig im Auftrag des Stadtrates Fernsehvorführungen im Bürgersaal des Rathauses durch. Große Gebiete Willisaus sind bekanntlich für den Fernsehempfang mit den üblichen Antennenanlagen kaum geeignet. Selbst das Programm des deutschschweizerischen Fernsehens kann weitgehend nur schlecht empfangen werden und der Empfang weiterer Programme muß überhaupt ausgeklammert werden, da der Aufwand an Installationen in keinem Verhältnis zum Resultat stünde. Auch der Radioempfang läßt hier ohne ausgebaute Antennenanlage sehr zu wünschen übrig.

Wie Stadtrat Werner Gisler gestern abend an einer Orientierung im Bürgersaal des Rathauses bekanntgab, könnten diese Unzulänglichkeiten mit einer Gemeinschaftsantenne behoben werden. Im gleichen Zug könnte man das Stadtbild,
dem der Antennenwald auf den Dächern gar nicht gut ansteht, vor Verschandelung schützen. Der Stadtrat hat die Errichtung einer zentralen Antennenanlage mit der Spezialfirma Rast und Fischer eingehend geprüft und bekanntlich in einem Rundschreiben die Stellungnahme der Bürgerschaft über das geplante Vorhaben zu ergründen gesucht. Diese Umfrage ist durchaus positiv ausgefallen. Bei einem garantierten guten Fernsehempfang könnte sofort mit einigen Dutzend weitern Fernsehteilnehmern gerechnet werden. Bis heute sind in Willisau in den 278 im Einzugsgebiet der Gemeinschaftsantenne liegenden Wohnungen 50 Fernsehanschlüsse.

Die Studien zur Errichtung einer Gemeinschaftsantenne sind in den vergangenen Wochen so weit gediehen, daß die Firma Rast & Fischer beim Schloßfeld auf dem Schulhaus eine Antennenanlage einrichten konnte. Im Bürgersaal des Rathauses kann nun der Empfang mit der geplanten Gemeinschaftsantenne und der Empfang mit der üblichen Antennenanlage besichtigt werden. Der Unterschied ist augenfällig: hier gestochen scharfes, klares Bild, da verschwommene, verzerrte Wiedergabe.

Wie der Fachmann mitteilte, kann von der zentralen Antennenanlage aus ein Gebiet im Umkreis von 5 km bedient werden. Innerhalb dieses Gebietes sind unbeschränkt Anschlüsse möglich. Die Hausanschlüsse würden in den Estrichen
erfolgen und bereits montierte Hausantennen könnten, bei sachgemäßer Demontage, z. T. anderweitig verwendet werden. Vorderhand wäre vorgesehen, die Gemeinschaftsantenne für den Lang-, Mittel-, Kurz- und Ultrakurzwellen- so-
wie für den Fernsehempfang (deutschschweizerisches und 1. deutsches Programm) einzurichten. Die Anlage inklusive Zuleitung zu den Häusern, Impulsverstärkern usw. käme auf annähernd 120’000 Franken zu stehen. Mit geringen Mitteln könnte die Gemeinschaftsantenne später für den Empfang weiterer Programine und für den Empfang des Farbfernsehens — in Deutschland ist die Einführung in zwei Jahren geplant — ausgebaut werden.

Wie Stadtrat Gisler weiter sagte, wäre Willisau nach Sempach die zweite Gemeinde im Kanton, welche eine Gemeinschaftsäntenne einrichtet. Vorderhand sei geplant, die Altstadt bis Hotel Mohren, die Bruggmatte, Adlermatte, Müh-
legasse von der zentralen Antenne aus zu bedienen. Ueber die Anschlußgebühren sei im Stadtrat noch kein Beschluß gefaßt worden. Der Rat wird hingegen zuhanden einer Gemeindeversammlung Vorschläge ausarbeiten, sobald weitere unerläßliche Abklärungen über die Tragweite des gesamten Vorhabens getroffen worden sind.

Die Firma Rast & Fischer hat die Fernsehvorführungen im Bürgersaal mit einer gediegenen Radio- und Fernsehschau verbunden und als ganz spezielle Attraktion kann sie die technische Neuheit des Ton-Bild-Speichergerätes vorführen. Von der technischen Perfektion dieser Anläge konnte man sich gestern Dienstagabend ebenfalls überzeugen. Frau H. Furrer, Lehrerin, sang mit Sekundarschülern von Willisau-Stadt einige gefällige, frohe Lieder, welche nun im Bild-Ton-Speicher darauf warten, noch recht vielen Willisauern abgespielt zu werden.

 

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