Willisau. Als ein weiteres Opfer der nachdienstlich aufgetrenen Typhusepidemie wurde am letzten Dienstag morgen in hier bei zahlreichem Leichengeleite, wobei ihm ein ganzer Zug seiner Waffenkameraden die letzte Ehre erwies, Jüngling Alfred Hodel, vom Vorberg, beerdigt. Der Verstorbene, der im jugendlichen Alter von 19 1/2 Jahren von hinnen schied, gehörte der 4. Kompagnie des Bataillons 42 an, absolvierte in diesem Jahre die Rekrutenschule und kam nach Beendigung derselben bald darauf zum Grenzbesetzungsdienst in den Jura. Dort muss er sich vermutlich durch Wassertrinken die Infektion zugezogen haben; denn bald nach der erfolgten Entlassung der Heereseinheit, der er angehörte, stellten sich Erscheinungen bei ihm ein, die auf Typhuserkrankung hinwiesen, was die sofortige Überführung ins Kantonsspital nötig machte. Dort ist er nun nach mehrtägigem Krankenlager, wohlversehen mit den Sterbesakramenten, der heimtückischen Krankheit erlegen. Alfred war ein geweckter, fröhlicher Jüngling, beliebt bei seinen Kameraden, die Freude der Vorgesetzten und die Hoffnung seiner Angehörigen. Der Schmerz der letzern ist daher menschlich begreiflich; Gott möge sie trösten. Die Bevölkerung nimmt innigen Anteil an dem herben Verluste. Dem so früh Dahingeschiedenen gebe Gott die ewige Ruhe!

Willisau. Brandfall. Am letzten Montag, nachts zirka halb 11 Uhr, geriet die grosse, neben der Apotheke Dr. Sidler gelegene Scheune des Herrn Robert Amstein, Postpferdehalter, in Brand. Das Feuer griff so rasend um sich, dass die Lebware, sowie das Wagen- und Schlittenmaterial und einige Fahrhabe nur mit knapper Not gerettet werden konnten, während das Objekt mit den darin aufgespeicherten Futtervorräten, u.a. zirka 45 Fuder Heu, Häckerli und Stroh, nach einer Stunde Branddauer ein teilweiser Aschen- und Trümmerhaufen wurden. Der herrschenden Windstille war es zu verdanken, dass nahegelegene Wohnhäuser nicht in Gefahr kamen. Die rasch herbeigeeilten Feuerwehren von Stadt und Land konnten ihre Tätigkeit bloss auf die Eindämmung des Brandherdes beschränken, wobei es gelang, zirka 300 Ztr. Hafer vor dem verheerenden Element zu schützen. Die andern, aus den untern Gemeinden zur Hilfe eingetroffenen Feuerwehren traten nicht in Aktion. Die Scheune ist für 18’000 Fr., die Fahrhabe für 24’000 Fr. versichert. Brandursache unbekannt.

DSC_9336

Werbeanzeigen