Willisau. (Einges.) Die gewerbliche Fortbildungsschule von Willisau, welche nun seit sechs Jahren ihre Wirksamkeit entfaltet und unter strebsamer Leitung steht, hat mit dem Wiedererwachen des Frühlings ihre Pforten geschlossen, um dann wiederum im nächsten Herbst den Unterricht mit frischem Mut zu beginnen. Die Schule wurde von 12 Lehrlingen besucht. Die Lehrtöchter wurden diesmal unserer Anstalt entzogen und anderswo unterrichtet, und zwar ohne Rücksprache mit der Aufsichtskommission. Nachdem es so viele Mühe und Opfer gebraucht hat, um diese Schule ins Leben zu rufen, ist uns ein solcher Akt unverständlich. – Die Schüler teilten sich in acht Berufe, wovon die Mechaniker die Hälfte ausmachten. Die Schule ist eine notwendige Ergänzung der Werkstattlehre, darum ist es Pflicht der Meisterschaft, den gebotenen Anlass zu verwerten und dafür zu sorgen, dass ihre Lehrlinge den Unterricht fleissig besuchen können, mit Absenzen ist uns nicht gedient.

Nach dem kantonalen Lehrlingsgesetz wäre den Gemeinden die Vollmacht übertragen, den Besuch dieser Schulen obligatorisch zu erklären. Wir sind nicht Freund des Zwanges, wenigstens für die Schule. Nachdem jedoch die Lehrlingsprüfungen obligatorisch sind, sollte jeder Meister und jede Meisterin so viel Stolz und Ehrgefühl haben, ihren Anbefohlenen jede Gelegenheit zur beruflichen Ausbildung zu geben, damit es ihnen möglich wird, die Prüfung gut zu bestehen. Zu diesem Zwecke ist namentlich der Unterricht im Zeichnen, Buchhaltung und Rechnen sehr erforderlich. Die heutige Zeit braucht tüchtige Erlerner des Berufes, wenn man zu Etwas kommen will. Darum Fortschritt mit der Zeit, Stillstand mit der Wahrheit.

In Menznau wurde am letzten Dienstag Jüngling Xaver Birrer vom Grossschülenwald, Willisauland, beerdigt. Der erst 24jährige Jüngling verunglückte in Nennigkofen (Solothurn), wo er sich im Militärdienst befand. Er half einem Bauern bei den Feldarbeiten, als das Gespann scheute und ausriss. Dabei geriet Birrer unter den Wagen und wurde eine Strecke weit geschleift. Seine Verletzungen waren derart, dass ihn bald darauf der Tod von seinen Leiden erlöste. R.I.P.

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