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Der Schmutzige Donnerstag in Willisau

Eh die Hähne krähten, begannen die Kinder gestern früh den Schmutzigen Donnerstag mit der Tagwache. Mit Lärmgegenständen aller Art zogen sie durch die Gassen und sorgten so für einen geräuschvollen Auftakt des verheissungsvollen Tages. Die jungen Fasnächtler in originellen Kostümen, einzeln und in Gruppen, besammelten sich hierauf um die 8. Morgenstunde auf dem Kirchplatz zum Umzug. Sehr geschickt war beispielsweise die Mirage-Blamage aufs Horn genommen und auch die Beatles ernteten viel Beifall. Nach dem Umzug wurden die Kinder von der Karnöffelzunft für ihre Mühe auf dem Rathausplatz mit einer leiblichen Stärkung belohnt.

Der gross angekündigte Umzug der Karnöffelzunft am Nachmittag hielt, was er versprach. Nicht weniger als sechs auswärtige Gruppen und 16 Nummern der einheimischen Fastnächtler boten ein prächtiges, farbenfrohes Bild. Nicht zuletzt die junge Garde wartete mit flotten Einfällen auf. Mit beissendem Witz beleuchteten sie die „Blamage vo der Mirage“, machten sie sich über den Rummel um Heidi Abels Besuch in Willisau lustig und die Guggenmusik „Moschtgrinde“ erfreute mit ihrem Spiel und den gekonnten Masken. Breiten Raum nahm das Blut im Alkohol, will sagen der Alkohol im Blut des Motorfahrzeuglenkers oder die strafbare Grenze von „0,8 Promille“ ein. „Raffinierts rots-schwarzs Lozärner-Oel“ hatte ein vielbeachteter Wagen zum Motto, der nicht nur auf die geplante Raffinerie im Wauwilermoos, sondern auch auf die Erdölbohrungen anspielte. Viel beklatscht wurden „Em Wysse Rössli“ sy Hofmusig, „s’Hinterwäldlers Mondfahrt“, die Pfyffer und Trommler der Karnöffelzunft, „Es neus Kometik-Institut“, die Guggenmusik „Napfrugger“ und die Gruppe „Kantonale Feld-, Wald-, Wiese- und Hüsli-Kauf(me) AG, Lozärn“, aber auch die traditionellen Fastnachtssujets des Städtchens Willisau, die Enzilochmannen, die Zunftlaternen, das Stadttier mit dem Nachtwächter sowie der Landauer mit Zunftmeister Hugo Keiser konnten sich über mangelnde Aufmerksamkeit der Zuschauer nicht beklagen. An der Spite der auswärtigen Gruppen marschierte die Luzerner Buchelimusik, die mit ihrem Spiel die richtige Stimmung ins Publikum trug. Die Röllizunft Siebnen trat mit Geisselklöpfern und Treichelträgern an, die Pfeiffer- und Trommlerclique „Revoluzzer 1956“ brachte echt baslerische fastnachtsstimmung in den Umzug, die Narro-Alt-Fischerzunft Laufenburg verteilte freigiebig Orangen und die Nar-Halla-Gruppe aus Lachen reizte mit unvergleichlichen Masken die Lachmuskeln. Die vielen Zuschauer aus Willisau und Umgebung amüsierten sich am prächtigen Fastnachtsumzug köstlich. Allen Beteiligten sei für das amüsante Vergnügen gedankt und zum Geleisteten die volle Anerkennung ausgesprochen. Willisau hat einen herrlichen Höhepunkt der diesjährigen Fastnacht erlebt!