Aus dem WB vom 24. August 1976

Das „Röslihaus“ abgebrochen. In den letzten Tagen ist das sogenannte „Rösli-Haus“ im Dorfzentrum von Pfaffnau abgebrochen worden. Es befand sich gegenüber der Gemeindeverwaltung und galt als eines der ältesten Gebäude in der Gemeinde. Das „Rösli-Haus“ ist insofern interessant, als es etwa 350 Jahre alt ist und seit vielen Generationen im Besitze der Familie Rösli war. In neuester Zeit hat der Kanton das ehrwürdige Haus alt Gde.-Ammann Vinz. Rösli abgekauft, um es zwecks Verbreiterung der Strasse durch die Zimmerei Vinzenz Vogel schleifen zu lassen. Ein Stück alt Pfaffnau musste somit den Bedürfnissen des Verkehrs weichen. Wie uns Zimmermeister V. Vogel mitteilte, können alte, kostbare Hölzer, Balken, Eichenschwellen usw. noch verwendet werden, das sie sich immer noch in einem guten Zustand befinden.

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Alt Lehrer Josef Kreienbühl gab uns anhand von Urkunden Aufschluss über die Vergangenheit des „Rösli-Hauses“, das – nach einer Sage – unter anderem auch Pfarrhaus gewesen sein soll. Diese These kann jedoch nicht belegt werden. Sicher ist, dass die Anfänge dieses historischen Gebäudes sehr weit zurückreichen. Älteste Eintragungen über das Haus gehen bis ins Jahr 1615 zurück, doch ist man der Ansicht, das „Rösli-Haus“ sei noch älter. Immerhin fehlen Urkunden, die das zu belegen imstande sind.

Gerade ein Phänomen ist die Tatsache, dass auch die ältesten Schriftstücke immer wieder auf die Familie Rösli stossen. Trotzdem wurde das Haus im Volksmund „s’Ammann’s“ genannt, wohl deshalb, weil schon vor dem jetzigen alt Gemeindeammann Vinz. Rösli schon um 1730 herum ein Ammann namens Rösli dort lebte und wirkte. Schon 1690 wird ein Hieronimus Rösli als Hauseigentümer erwähnt. Die Urkunde berichtet, dass im Jahre 1832 zwei Ärzte namens Rösli nachgewiesen werden können, die im genannten Haus praktizierten. Alles in allem bewohnte die Familie Rösli das Gebäude schätzungsweise während 350 Jahren – Das Geschlecht der Rösli hat das alte Haus überdauert; dieses jedoch ist leider der Spitzhacke zum Opfer gefallen.

Eisenbahnunglück in Willisau, 1923

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Unser Bild dokumentiert ein Eisenbahnunglück in Willisau am 20. März 1923, welches ein Menschenleben forderte. Infolge falscher Weichenstellung geriet der Zug auf ein Industriegeleise, überfuhr den Prellbock und stürzte beim Geleiseabschluss über einen Damm, wobei die Lokomotive unter den nachfolgenden Personenwagen geriet und den Lokomotivführer unter sich begrub. Fünfzehn Reisende erlitten Verletzungen. Das Bild wurde zur Verfügung gestellt von Bernadette Meier, Sursee.

Aus dem WB vom 3. August 1966

Willisauer Blauringlager, Jaun:

Am Samstagnachmittag zogen wir Blauen im heimeligen Dörfchen Jaun ein. Neugierig guckte die Sonne hinter den Wolken hervor. Wie könnte es auch anders sein, wenn ihr fünfzig frohe Gesichter entgegenlachten! Unsere Vorgänger begrüssten uns mit Liedern, um bald darauf selber Abschied zu nehmen von „ihrem“ Haus, in dem sie schöne Tage verlebten. Wir stürzten uns ins Werktagsgewand und begannen mit dem Einnisten. Sie, liebe Eltern, hätten ihre Mädchen sehen sollen, wie sie vor Freude in ihrem Zimmern umhertanzten, weil sie ihnen ausgezeichnet gefielen. Bald wurde es aber ruhiger, denn mit vollem Eifer gings ans Auspacken der Rucksäcke und ans Ausschmücken der Schläge. Es war eine wahre Genugtuung, all dem emsigen Treiben zuzusehen.

Unser Chalet liegt über dem Dorf, an einem verlockenden Bergbach. Bereits hätte er einige lustigen Erlebnisse mit vorwitzigem Mädchen zu buchen! Unsere beiden Köchinnen verstehen es ausgezeichnet, uns zu verwöhnen. Wenn es so weitergeht, kehren wir alle mit Pausbacken und zu engen Jupes heim.

Unsere erste Wanderung galt dem Auskundschaften der herrlichen Gegend. Wenn wir alle Berge und Höhen ersteigen wollten, müssten wir wenigstens drei Wochen hier bleiben. Wie wir am 1. August feiern, bleibt für unsere Mädchen und auch für Sie noch ein Geheimnis.

Wir sind alle wohlauf; nur fehlt uns noch die pfarrherrliche Betreuung. Doch hoffen wir, dass der blaue VW sie uns bald bringen wird. Wir freuten uns bereits am Besuch einiger Willisauer. All jenen, die uns auf irgend eine Weise etwas zukommen liessen, danken wir herzlich und senden allen Eltern und Bekannten frohe Lagergrüsse!

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