Ernte, 1962, Ettiswil

17093-sta-annodazumal.jpgErnte 1962 in Ettiswil mit Dorfschmied Kaspar Wetterwald und Hans Kunz. Das Bild wurde zur Verfügung gestellt von Hans Kunz, Ettiswil.

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Klassentreffen der Jahrgänge 1938/39 der Schulen von Pfaffnau, Roggliswil und St. Urban

17089-sta-annodazumalKlassentreffen der Jahrgänge 1938/39 der Schulen von Pfaffnau, Roggliswil und St. Urban vom 9. November 2017 im Landgasthof Ochsen Roggliswil. Von St. Urban gehören nur jene Schüler zu dieser aufgestellten «Herzenstruppe», welche in Pfaffnau die Sekundarschule besucht hatten. Alles hat perfekt geklappt. Das «Ochsen»-Team mit Küche und der Bedienung hat total überzeugt. Auf dem Bild v.l.: Xaver Vonesch, Elisabeth Steinmann-Willimann, Josef Arnold, Anna Widmer, Maria Steiner, Franz Vogel, Xaver Meier, Vinzenz Scheidegger, Erwin Vinzenz Peter, Hans Burkart, Rita Blum, Alois Studer, Alice Frei, Elisabeth Steinmann-Geiser, Hermann Leimgruber, Oswald Michel, Adolf Marti.

Aus dem WB vom 7. November 1962

Nächsten Winter klappt die Schneeräumung in Willisau

Ohne Opposition, jeweils mit grossen Mehrheiten und ohne Gegenstimmen erteilten die Bürger von Willisau-Stadt (77 Teilnehmer) an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung folgenden Vorlagen des Stadtrates ihre Zustimmung: Kredit von Fr. 36000.– für den Ankauf eines Umimogs für den Strassenunterhalt inklusive Zusatzgeräte (Schneepflug, Schneeauflader, Sandstreuer); Kredit von Fr. 40000.– für eine Kanalisation zwische Siedlung Sänti und Eidg. Zeughaus; Gemeindebeitrag von Fr. 9287.– an die Neuasphaltierung der Zufahrtsstrasse zur Kleiderfabrik Ritex AG; Uebernahme der Quartierstrassen auf der Kirbelmatte als gemeindeeigenen Strassen. Stadtpräsident Bühler präsentierte einmal mehr vorzüglich. Aber auch sein gewohnt charmantes Lächeln, dem er einen besonderen Glanz zu geben sich bemühte, vermochte nicht darüber hinwegzutäuschen, dass er und der weitere stadträtliche Sprecher, Stadtammann Höltschi, offensichtlich nicht gerade den besten Tag erwischt hatten. Anders ist es nicht zu erklären, dass in gereiztem Ton auf klare, sachliche Fragen erklärt wurde, man mache keine Prestigefrage daraus, ob der Unimog angekauft werde oder nicht. Zudem zeugt es nicht von einer umfassenden Abklärung, wenn man glaubt, dass dieser Anstösser auch noch 2000 Franken und vielleicht dieser oder jener auch noch etwas beisteuern werde! Stadtammann Höltschi müssen wir assistieren, dass er sich immer bemüht, die Gemeindeversammlungen durch kurze Orientierungen in einem zeitlich erträglichen Rahmen zu halten. Es darf aber nicht so sein, dass der Kürze wegen die umfassende Orientierung der Bürgerschaft zu leiden hat.

Es sei nur vermerkt, dass er den Ankauf des Unimogs ausschliesslich auf Grund der Schneeräumung beliebt zu machen versuchte. Darum ist es auch verständlich, wenn aus der Mitte der Bürgerschaft klärende Fragen gestellt wurden. Es war durchaus am Platze, dass Dr. Beutler die Frage nach der Finanzierung stellte. Man werde keine Schwierigkeiten haben, diese Aufwendungen in den Rechnungen 1962 und 1963 unterzubringen, war die Antwort. Grundbuchverwalter Vonwyl stellte wirtschaftliche Ueberlegungen an. Ihm schien die Anschaffung, wenn sie nur für die Schneeräumung eingesetzt wird, teuer zu sein. Auch eine Gemeinde, obwohl man sie nicht mit einem Privatbetrieb gleichstellen kann, hat sich darüber Rechenschaft zu geben, in welchem Verhältnis die Aufwendungen zu den Erträgnissen stehen und ob auf Grund des Resultates die Anschaffung gerechtfertigt ist. Wenn man beispielsweise für ein Jahr 52 44-Stunden-Wochen einsetzt, ergibt das ein Total von rund 2300 Stunden. Die Schneeräumung allein hat an diesen Stunden einen geringen Anteil. Diese Ueberlegung ist auch der Grund zur Frage gewesen, wie man den Unimog weiter einsetzen könne und ob er eventuell auf Anfrage auch andern (Korporation) zur Verfügung stehe. Es geht nicht an, dass man dem Interpellanten aus dieser Fragestellung einen Strick drehen wollte, in dem man ihm indirekt vorhielt, er ziele auf eine Konkurrenzierung der Privatwirtschaft ab.

Anhand eines praktischen Beispiels zeigte Korporationspräsident Troxler, dass in andern Gemeinden der Unimog auch der Korporation zur Verrichtung verschiedener Arbeiten zur Verfügung gestellt wird und dabei soll man keine schlechten Erfahrungen machen. Warum könnte das also nicht auch hier möglich sein, wenn man damit beispielsweise der Korporation einen Dienst erweisen und das Fahrzeug damit vermehr eingesetzt werden könnte?! Dass man selbst nicht unbedingt von der Wirtschaftlichkeit der Anschaffung für die Gemeinde überzeugt war, bestätigte Stadtpräsident Bühler übrigens selbst, indem er erklärte, dem Stadtrat wäre es lieber gewesen, wenn die Korporation das Fahrzeug angeschafft hätte…

Es sei nochmals festgestellt, dem Ankauf des Unimogs wurde nicht opponiert, denn alle Bürger haben ein Interesse daran, dass auch im Winter unsere Strassen prompt und zuverlässig geräumt und unterhalten werden können. Die Frage jedoch, ob alle Varianten und Möglichkeiten ausgeschöpft wurden, ob nicht von privater Seite ein geeignetes Fahrzeug für die Ausführungen der Arbeiten der Gemeinde hätte herangezogen werden können, blieb unbeantwortet und ist deshalb nach wie vor offen.

Den Finger auf einen wunden Punkt legte Dr. Wiprächtiger, als er von einem Gerücht sprach, der Stadtrat habe im Betrag von an die 3000 Franken neue Militärbetten angeschafft. Nach dem noch immer in Kraft stehenden Gemeindegesetz hat die Bürgerschaft als letzte Instanz über solche Beträge zu befinden. Er vermisste denn auch einen entsprechenden Punkt auf der Traktandenliste. Nun, inbezug auf die Militärbetten ist die Sachlage die folgende: Ein Beschluss musste rasch gefasst werden, da die Betten für die gegenwärtige Einquartierung gebraucht werden. Um die Kreditanforderung vor die Gemeindeversammlung zu bringen, war die vorhandene Zeit zu kurz. Man hätte aber erwarten dürfen, dass über das Vorgehen wenigstens in Form einer Orientierung von Stadtratstisch aus gesprochen worden wäre.

Aus dem WB vom 9. November 1942

Für den Bau einer Strasse über den Napf – Eindrucksvolle Volksversammlung in Willisau (Text in leicht gekürzter Version)

Willisau erlebte am vergangenen Sonntag eine Volksversammlung, wie sie die politisch bewegte Geschichte der hinterländischen Metropole nur selten in diesem Ausmass verzeichnet. Gegen 700 Mann waren aufmarschiert. Mit den Behördenmitgliedern war viel Volk aus allen Gemeinden diesseits des Napfs angerückt und zu ihren gestellten sich starke Vertretungen aus den bernischen Gemeinden jenseits des Napf. (…)

Der zielbewusste Präsident des Verkehrsvereins Willisau, Herr Jean Müller, Kaufmann, der alle notwendigen Vorbereitungen zur Tagung mit Eifer und Hingabe getroffen, entbot den Volksscharen begeisterten Willkommgruss. Insbesondere herzlich wurde willkommen geheissen der Referent, Herr Oberst im Gst. Waldis, der aus militärischem Verantwortungsbewusstsein heraus dem Napfgebiet im allgemeinen und den dortigen Verkehrsmöglichkeiten im besonders seit längerer Zeit regste Aufmerksamkeit geschenkt hat. Gruss und Willkomm wurde namentlich zuteil den Herren Schultheiss Dr. Winiker und Nationalrat Isenschmid, dann den Vertretungen der militärischen Vereine und den Abordnungen aus dem angrenzenden Bernbiet. Die Frage des Baues einer Strasse über den Napf, die in der Grenzbesetzungszeit ernstlich erwogen wurde, ist im Zeitpunkt des Ausbaues der Landesverteidigung bei den zuständigen Instanzen erneut aktuell geworden. Mehr denn je gilt es, alles vorzukehren, was im Bereich des Möglichken und Tragbaren liegt, um für den Ernstfall gerüstet zu sein. Der Geist der Wehrbereitschaft fordert uns in die Schranken und gebietet uns, nach ernstem Rat zu segensreicher Tat zu schreiten.

Dem Frieden gedient
Herr Hauptmann Pfäffli, Hergiswil, den die Versammlung zum Tagespräsidenten erkoren, beleuchtete in seinem einleitendem Votum wichtige militärische Gesichtspunkte, die bei der Prüfung der Frage des Baues einer Strasse über den Napf in die Waagschale fallen. Der Krieg in Abessinien, die Kämpfe in Spanien und Ostasien, die gewaltige Aufrüstung allerorts und die Abwehrmassnahmen in der Schweiz, nicht zuletzt die Vorkehrungen für den Luftschutz, haben unser Volk militärisch denken gelernt. In vermehrter Weise beschäftigt es sich mit den Pflichten gegenüber Armee und Landesverteidigung. Blicken wir Jahrhunderte zurück: für Kriegszwecke wurden Strassen gebaut und dem Frieden haben sie gedient. Der Bau einer Napfstrasse erweist sich immer mehr als militärische Notwendigkeit; er ist aber auch volkswirtschaftlich von grosser Bedeutung. Es gilt Arbeit zu schaffen, gilt abgeschlossene Gebiete dem Verkehr zu erschliessen, ihre Bewohner einander näher zu bringen und Landwirtschaft, Gewerbe und Touristik in unserem Landesteil wirksam zu fördern. Von Beifall begrüsst, sprach nun während mehr als einer Stunde unter gespannter Aufmerksamkeit Herr Oberst i. Gst. Waldis aus Luzern über: Die militärische Bedeutung einer Napfstrasse. (…)

Das ganze Napfgebiet wird von einer Ringbahn umfahren, die sich aufteilt in die Linien Langnau-Wolhusen, Wolhusen-Huttwil, Huttwil-Sumiswald und Burgdorf-Langnau. Im Kriegsfall würde der Napf für einen aus Norden oder Westen vorstossenden Gegner ein starkes natürliches Hindernis bilden, das mit wenigen Mitteln rasch bedeutsam verstärkt werden kann. (…) Frei von Lokalinteressen muss als grosses Ziel eine Süd-Nordverbindung im Auge behalten werden. Wo genau die Strasse durchgeführt werden soll, ist für die Tagung von heute gleichgültig. Entscheidend ist, dass gebaut wird; wichtig sodann, dass auf möglichst vielseitige Anschlussmöglichkeiten Bedacht genommen wird. Nach der Auffassung des Referenten, die er aber nicht als abgeschlossen betrachtet, kommt für die Fortsetzung der Strasse von der Stächelegg in nördlicher Richtung in erster Linie eine Strasse nach Hergiswil-Willisau in Frage. Mit wenigen Verbauungen und einem durchschnittlichen Gefälle von bloss 10 Prozent kann das Verbindungsstück bis zur Wiggernhütte erstellt werden. Dieses wäre in relativ geringem Masse fliegerempflindlich und würde in Willisau den Anschluss an gute Unterkunftsmöglichkeiten und an eine leistungsfähige Bahnstation vermitteln. Dieses Projekt schliesst nicht aus, dass mit Luthernbad eine Verbindung hergestellt wird. Der Wert dieser Strasse für den allgemeinen Verkehr ergibt sich aus dem Umstand, dass auf einer Wegstrecke von 25 Kilometer von Willisau aus Trubschachen erreicht werden kann. (…)

Die Diskussion
In der Diskussion sprach als erster Herr Kulturingenieur Kaufmann, Luzern, darauf verweisend, was der Kanton Luzern auf dem Gebiete des ländlichen Strassenbaues schon geleistet hat. In relativ kurzer Zeit wurden im Luzerner Berggebiet mit einem Kostenaufwand von 1,8 Millionen Franken an die 60 Kilometer Güterstrasse erstellt. Eine Strasse über den Napf ist unter landwirtschaftlichen Gesichtspunkten sehr zu begrüssen, weil an sie der Anschluss der Nebenstrassen leicht möglich ist. (…)

Herr Koroporationspräsident Jost, Willisau, stellte neben den militärischen die allgemein volkswirtschaftlichen Gesichtspunkte, die für den Strassenbau sprechen, in den Vordergrund.

Herr Gemeindepräsident Dubach, Luthern, wies hin auf frühere Projekte, welche den Anschluss nach dem Lutherntal suchten. Mit Geschick und Eifer wendet er sich gegen die Isolierung der Gemeinde Luthern und gibt der Überzeugung Ausdruck, dass eine Strasse über das Niederenzi leicht verwirklicht werden könnte.

Herr Gemeindepräsident Kunz, Hergiswil, unterstrich die militärischen Gesichtspunkte und freut sich, dass Hergiswil ausnahmsweise einmal begünstigt werden soll. Freilich, grosse Beiträge aus der schwerbelasteten Gemeinde sind nicht möglich. Eine Strasse von der Waldegg her über Unterstapf nach Hergiswil, diese würde vor allem im Interesse der ansässigen Bevölkerung liegen.

Nach Äusserungen von Herrn Stadtrat Korner, Willisau, der sich um eine Zusammenarbeit der bernischen und luzernischen Interessen bemüht, sprach Herr Grossrat Kreyenbühl, Menznau. Er betonte lebhaft die militärischen Belange und setzte sich für den Strassenbau ein, um ungelernten Leuten Arbeit verschaffen zu können.  (…)

Die verabschiedete Resolution
Herr Nationalrat Isenschmid stattete nach allen Seiten gebührenden Dank ab und bekundete lebhaftes Verständnis für die Bestrebungen, die militärisch und volkswirtschaftlich von erheblicher Tragweite sind. Er hofft, dass Geist und Elan anhalten, die Schwierigkeiten überwunden und das Projekt zu gutem Ende geführt werde. Mit begeisternder Einhelligkeit fasste die Versammlung folgende Resolution:

  1. Der Bau einer Hauptstrasse erweist sich als militärische Notwendigkeit und ist vom Standpunkt der Landesverteidigung wie der Volkswirtschaft aus zu begrüssen.
  2. Die von gegen 700 Personen besuchte Versammlung beauftragt das Initiativkomitee mit der Bestellung eines Arbeitsausschusses, welchem Vertreter der Gemeinden Willisaustadt, Willisauland, Hergiswil, Luthern, Menznau und der militärischen Vereine angehören.
  3. Der Arbeitsausschuss soll bei den eidgenössischen und kantonalen Behörden die notwendigen Schritte für die Ausarbeitung eines generellen Projektes und für das Studium der Subventionsfrage einleiten.