Scherenschleifer Anton Müller, Schötz

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Anton Müller von Willisau beim Scherenschleifen. Datum der Aufnahme unbekannt. Das Bild stammt aus der Sammlung von Eduard Muri, Schötz.

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Lohnkutscher Alois Mühlebach, Willisau

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Bei der Postkutschenfahrt vom Freitag war Robert Amstein (44) aus Willisau dabei, der in unserer Region sieben Postautolinien betreibt. Seine Vorfahren fuhren einst Postkutschendienst. In Spitzenzeiten standen gegen 30 Pferde im Einsatz. «Robert Amstein, Sohn, Willisau, Lohnkutscher – Telephon»: Die Familie Amstein hat gar noch ein Schild, das aus dieser Zeit stammt. Unser Foto zeigt Alois Mühlebach (1861 bis 1920), der einst Lohnkutscher bei der Familie Amstein war. Alois Mühlebach war Postillion auf der Strecke Wolhusen–Nebikon, ab 1895, also nach Eröffnung der Huttwiler Bahnen, wirkte er als Weichenwärter. Gemäss einer Überlieferung lernte er seine Karolina, geborene Meyer, bei einer Postkutschenfahrt kennen. Sie kam zu Fuss von Warmisbach (Luthern) und besuchte den Bruder Johann Meyer, damals Lehrer und Gemeindeschreiber. Ihr Fahrgeld habe möglicherweise Alois Mühlebach aus dem eigenen Sack berappt und dafür vielleicht ein «Schmützli» erhalten.

Aus dem WB vom 25. August 1973

Rölli’s in USA aus Altbüron trafen sich

Nachfahren des Auswanderers Johann Paulus Rölli

Anno 1840 wanderte Johann Rölli mit seiner Familie von Altbüron nach Jasper im Staate Indiana (Mittelwesten) nach Amerika aus. Bis einige Jahre nach 1900 blieben die Verbindungen zwischen dem Auswanderer, bezw. seinen Nachkommen und engsten Verwandten in Altbüron erhalten. Dann aber riss der Faden ab, wie das meistens in solchen Fällen, in der zweiten und erst recht in der dritten Generation der Fall ist.

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Johann Paulus Rölli, der Auswanderungspionier.

Praktisch wusste niemand mehr etwas über diesen Auswanderer als ich mich im Laufe der 1940er Jahre damit ernsthafter zu befassen begann. Wohl zirkulierten einige, sich widersprechende Ueberlieferungen und ausserdem vermittelten etliche Fotos Kunde von Johann Rölli und seiner Familie. Wie sollte dem Geheimnis auf die Spur zu kommen sein? Weitere Fotos und ein Brief aus Amerika, datiert aus dem Jahre 1902, alle entdeckt im Stammhaus der Rölli in Albüron zeigten weitere Fährten auf. Ueber die Kirchenbücher in Grossdietwil wurden nun die entscheidenden Lücken geschlossen. Es schloss sich daram eine erste Nachforschung in Amerika an. Sie führte wohl einen entscheidenden Schritt weiter, aber nicht zum erhofften Ziel. Dieses wurde erst nach vielen Mühen Ende 1965 erreicht und zu Beginn des Jahres 1966 mit einer Reise nach Jasper gekrönt. Das Ergebnis war beglückend. Zahlreiche Kontakte mit Nachfahren wurden geschlossen, Fotos und weitere Dokumentationen heimgebracht. Entdeckt wurde auch der Grabstein des Auswanderers der 1888 starb.

Vor Kurzm bin ich von einer zweiten Reise nach Jasper zurückgekehrt. In Erwartung meines Kommens hatten einige Röllis in Jaspar bereits tüchtig vororganisiert. Kurz nach der Ankunft in Jasper, ging es während meinem einwöchigen Aufenthalt nach St. Louis in Missouri, um hier gleich drei Gebrüder Rölli ausfindig zu machen. Die Fahrt führte von Jasper im südlichen Indiana gegen Westen quer durch Illinois, rund 200 Meilen, oder 320 Kilometer. Am Abend fand man sich zu einem gemeinsamen Nachtessen ein. Trotz sprachlicher Unterschiede konnten wir uns verhältnismässig gut verständigen. Fragen und Gegenfragen wurden gestellt, Witziges eingestreut und gross war allenthalben die Freude.

Nun, auf den 22. Juli war nach Jasper eine grosse Zusammenkunft der Nachfahren des Auswanderers Johann Paulus Rölli angesagt. Einerseits wollte man damit meinen Besuch ehren, mich allen, die mich bis jetzt nicht kannten, vorstellen, aber auch die Zusammengehörigkeit der ansehnlichen Rölli-Verwandtschaft unterstreichen. Mit den etlichen Kindern mochten es gegen 70 Personen sein, die das zusammenströmten. Freilich hiessen dabei noch lange nicht alle Rölli. Gutzweiler, Kübler, Lampert, Kuntz, Hugh, usw. hatten sich eingefunden. Louis Roelle, Jasper, ein Urenkel des Auswanderers leitete die Zusammenkunft, während der Schreibende Fotos, Wappen und weitere Dokumente zeigte. Für die meisten Anwesenden war das Gebotene Neuland und stiess auf grosses Interesse.

Als ich mich bald nach Ende des Zweiten Weltkrieges an die Forschung heranmachte, hätte ich mir nie einen solchen Höhepunkt erträumt. Während hier eher von einem aktuellen Ereignis eines langen Bemühens berichtet wurde, soll über die Auswanderung aus dem Luzerner Hinterland nach Amerika gelegentlich im „Hinterländer“ eingehender ezählt werden. Die Schar, die nämlich auch unsere engere Heimat einzeln, oder in Gruppen verlassen hat, um im „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ ihr Glück zu finden, ist gross. Johann Paulus Rölli war somit nur einer von vielen, von den etwas über zweihunderttausend Schweizern, die in der Zeit von 1790 bis 1920 nach Amerika auswanderten. Was das um 1840 herum noch bedeutete kann man sich in unsern Tagen konkret gar nicht mehr vorstellen.

 

Aus dem WB vom 10. Juli 1963

Kürzlich reichte „der grösste Mann“ der Ämter Sursee und Willisau, Herr Robert Ulrich in Sattel SZ Fräulein Gertrud Höngeler die Hand fürs Leben. Robert Ulrich (25), 205 cm gross, erhielt diesen Titel vor 1,5 Jahren als Sieger eines vom Modehaus Kottmann-Pfenniger in Sursee veranstalteten Wettbewerbes. Robert Ulrich wird, neben seinem Beruf als Buchhalter, zusammen mit seiner Gemahlin in Sursee das Tea Room „zum Obere Stadttor“ führen. Als Gratulant hat sich auch, wie unser Bild zeigt, „der kleinste Mann“ der Ämter Sursee und Willisau, Herr Gottfried Erni (61) aus Ruswil, eingestellt. Am schönsten Tag des Lebens trägt Robert Ulrich einen Diolen-Anzug, hergestellt nach dem System „Industrielles Modell-Mass“ von Kottmann-Pfenniger, Sursee. – Auch wir gratulieren dem Brautpaar aufs herzlichste.

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