Käserei Langnau

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1887 erstellte man bei der Käserei in Langnau ein Holzhaus mit einem Keller für den Kä­ser. Doch die ungenügende Isolation führte zu Beschwerden der Hausbe­wohner. Durch das Anbringen eines Täfers sorgte man für höhere Tempera­turen in der Käserstube. 1902 wurde zum Antrieb des Ankenkübels und des Rührwerks eine Turbine erstellt. Bis an­hin trieb man diese mit einem Göpel an. 1907 wurde ein zweites Kessi einge­baut. In den Jahren 1908 bis 1910 richtete man das elektrische Licht in Käserei und Wohnung ein. 1920, nach der Ein­führung des Starkstroms, ersetzte man die Wasserturbine durch einen Elektro­motor. Zwei Jahre später baute man einen Kühltrog ein, der das alte Gebsengestell ersetzte. 1934/35 wurde die Milchmenge erstmals mit einer automa­tischen Waage festgehalten. Im Jahre 1938 renovierte man die Wohnung und baute ein Bad ein. Bis zum Neubau, der 1952/53 ausgeführt wurde, fanden kei­ne baulichen Veränderungen mehr statt. Das Bild wurde zur Verfügung gestellt von Hermann Keist aus Reiden.

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Turnverein Altbüron, 1979, Altbüron

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Unser Bild zeigt die Gründer des vor 90 Jahren aus der Taufe gehobenen Turnvereins Altbüron. Hintere Reihe: Franz Bossert, Theophil Jäggi, ­Alois Bossert und Ludwig Fessler; vordere Reihe: Hans Bütikofer, Xaver Frei, Ferdinand Bachofen, Anton Bernet und Anton Gut. Das Foto von Josef Schaller entstand im März 1979 und wurde zur Verfügung gestellt von Alfred Koffel, Altbüron.

Erste GIS Vertretertagung, 1970

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In diesen Tagen wurden an der Luzernerstrasse ein Teil der alten GIS Fabrikliegenschaft und der alte Bürotrakt abgerissen, um einer Unternehmenserweiterung Platz zu machen. Da werden Erinnerungen wach, wie das von den Gebrüdern Alex und Beda Iseli gegründete Unternehmen begann, auf dem internationalen Markt Fuss zu fassen. Unser Bild entstand beim Eingang des Hotels Bellevue in Sursee, wo 1970 die erste mehrtägige GIS Vertretertagung stattfand. Inmitten der internationalen Gästeschar erkennen wir, zweite Reihe, fünfte von rechts: Alex Iseli, Beda Iseli, Mauriz Willimann; vorne kniend, von rechts: Anton Lütolf, Anton Grob, Franz Willimann, Martin Linggi, Josef Linggi und Hans Haas. Das Bild wurde zur Verfügung gestellt von Mauriz Willimann, Schötz.

Säuliball, 1926, Reiden

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Säuliball 1926, im Restaurant Oberdorf in Reiden: Der Höhepunkt der Versammlung wurde erreicht, als das vierköpfige, maskierte, vollfettige Initiativkomitee mit ihrem «säuköpfigen» Präsidenten Jgnazius Säuschwanz, assistiert durch den Aktuar Julius Säunabeu, erschien und der grossen Versammlung folgenden Vorschlag machte, der einstimmig zum Beschluss erhoben wurde. Erstens: Der Ball findet bei jedem Sauwetter statt und zwar im Saale zur fetten Sau. Zweitens: Als Balltag ist der Montag nach dem saumässig-schmutzigen Donnerstag vorgesehen. Beginn: unmittelbar nach Sonnenaufgang. Das Bild wurde zur Verfügung gestellt von Hermann Keist, Reiden.

Fasnacht Restaurant Reidermoos, 1955

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Toller Gag an der Fasnacht 1955. Im Restaurant Reidermoos präsentierten (v.l.n.r.) Adolf Bühler, Hans Zimmerli (Hölzli), Hans Schürch und Hans Zimmerli (Vordergasse) ihren Mixer. Wenn gemäss Rezept von Bäckermeister Franz Ineichen Mehl, Milch, Eier, Hefe, Zucker und Butter oben in den Trichter gegeben wurden, spuckte der Mixer nach einiger Zeit ofenfrische Berliner aus. Das Bild wurde zur Verfügung gestellt von Hermann Keist, Reiden.

Erinnerung an Walter Kronenberg, Dorforiginal von Schötz

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Erinnerung an Walter Kronenberg (1913–1996), das Dorforiginal von Schötz: Er wurde liebevoll «Bambooli» genannt. Aus Buckten/BL stammend, galt er als bescheidener, zufriedener und sympathischer Mensch, eine echte Bereicherung für unser Dorf. Mit seinem Töff unterwegs, legendär seine doppelte Kappe, seine «antike» Tabakpfeife und vor allem seine Tasche, vollgestopft mit Foto- und Filmkamera. Wenn man seinen Fotos Beachtung schenkte, dann war er voller Stolz und konnte strahlend lachen. Und noch etwas Besonderes: Wenn «Bambooli» zur Fastnachtszeit hinter einer Maske seine Sprüche aufsagte, dann konnte er sein Stottern fast gänzlich ablegen. Das Bild wurde zur Verfügung gestellt von Mauriz Willimann, Schötz.

Aus dem WB vom 11. Februar 1989

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Dialekt-Ecke — Von Flaschen und Gütterli

Was hat man unter Fläsche zu verstehen? Die Frage ist nicht ganz so einfältig wie sie aussieht. Es kommt nämlich darauf an, wem man die Frage stellt. Wenn ich sie einem jungen Sportbegeisterten stelle, wird sich dieser das vorstellen, was er in seinem Jargon e Fläsche nennt, nämlich einen sportlichen Versager, e lääri Fläsche, wie der volle Wortlaut heissen würde. Ich erwähne diese Art Fläsche  deshalb, weil sie bereits in die alltäglich Umgangssprache eingegangen ist. Das ist also die jüngste Art einer Flasche.

Was das Wort Fläsche unter üblichen Voraussetzungen besagt, braucht nicht erst erklärt zu werden. Fläsche ist ein uraltes Wort, das mittelhochdeutsch vlasche oder vlesche lautete und zurückgeht in gemanischen Sprachbereich, wo auch die italienische Version fiasco ihren Ursprung hat. Das Wort Fläsche ist heute in der Volkssprache so lebendig wie vor Jahrhunderten.

Es gibt aber in unserem Dialekt ein Wort, das viel bodenständiger ist oder war, nämlich Guttere oder Gütter (das erste ist weiblich, das zweite männlich). Der Ausdruck Guttere oder Gütter ist in der Volkssprache erst in den letzten paar Jahrzehnten von Fläsche verdrängt worden. Wollte man beschreiben, was unter Guttere genau zu verstehen ist, würde man in arge Verlegenheit geraten. Der Ausdruck umfasst so ziemlich alle Arten und Formen von Glasflaschen, besonders dann, wenn man auch die Verkleinerungsform Gütterli mit berücksichtigt. Man spricht etwa von einer Moschtguttere (oder einem Moschtgütter) und von einer Brönz- oder Schnapsguttere; beide gehörten seit alten Zeiten zum bäuerlichen Alltag. Interessant ist, dass man bei uns kaum von einer Wiiguttere redet, vielmehr von einer Wiifläsche. Vom Gütter gehts zu Gütterli, das heute fast durchwegs Fläschli oder gar Flacon heisst. Ein berühmtes und zugleich gefürchtetes Gütterli war schon immer das Toktergütterli, auch etwa Mixturgütterli geheissen. Seit es bei den Ärzten die Markenartikel der Pharmaindustrie gibt, ist das Mixturschütteln ausser Mode gekommen und damit auch das Toktergütterli. Eigentlich ist das schade; in was für einer Art Flasche soll man jetzt das Morgenwasser zum Tokter bringen?

Was alle, die noch keinen Fülli oder Kugelschreiber hatten, kannten, war das Tintegütterli, das dem Menschen von der Schulzeit bis zur Abfassung des Testaments ein unentbehrliches Requisit war. Es lebe das Andenken an das gute viereckige Tintegütterli! So ganz nebenbei: Erinnern Sie sich, dass man vor Frost und Hunger, aber auch vor Ungeduld oder Neugierde schier vergütterlet?

Ich habe noch Leute gekannt, denen die Buddälle ein Begriff war. Das Wort kommt vom französischen bouteille. Der Ausdruck wurde für Weinflaschen gebraucht. Etwas länger als Budälle hat sich bei unserem Landvolk die Verkleinerungsform Budeli (eigentlich Budälli) gehalten. Die Schnäpsler kannten das eindezilitrige Schnapsbudeli. Zum Schnaps gehörte auf den Bauernhöfen die Schoubfläsche oder Strouguttere, in der die gebrannten Wasser aufbewahrt wurden. Es ist dies eine sehr alte Flaschenform in allen Grössen bis zu 25 Liter.

Der Vollständigkeit halber muss man auch die Schlegufläsche erwähnen; man verstand darunter eine dickwandige, keulenförmige Grünglasflasche. Damit der Soldatenstolz nicht zu kurz kommt, sei auch der Fäldfläsche die Ehre erwiesen, ebenso dem Sackschieber, den man gerne Wändtele nannte, weil die flache Flasche die Form einer Wanze hatte. Die Zeiten ändern sich und mit ihnen die Fläsche und deren Namen.