Aus dem WB vom 10. Dezember 1997

Am 7./8. Dezember 1997 fand erstmals der Willisauer Christkindli Märt statt. Der Premierenbericht, verfasst von Stefan Calivers, finden Sie hier:

Wie Weihnachten und Ostern zusammen

Der 1. Willisauer Christkindli-Märt übertraf alle Erwartungen

Ein Weihnachtsmarkt war angesagt. Wer sich aber am Sonntagnachmittag an den Ort des Geschehens durchgekämpft hatte, der bekam den Eindruck, als ob in Willisau Weihnachten und Ostern gleichzeitig stattfänden. Einen solchen Ansturm hat das Städtchen noch selten erlebt. Am Wochenende der gigantischen Fusion in der schweizerischen Bankenwelt hatte auch Willisau sein Mega-Ereignis – ein weit menschlicheres und friedlicheres allerdings.

Allem Rummel zum Trotz nämlich herrschte im Städtchen eine lockere und entspannte Stimmung. Keine Spur von Gehetze und Stress, wie sie die vorweihnächtlichen Einkaufstouren normalerweise zu begleiten pflegen. Die Marktbesucherinnen und -besucher nahmen sich Zeit. Zu bestaunen gab es viel: die liebevoll hergerichteten Stände, die Dekorationen an den Fassaden, den Zauber der Lichter, das Glockenspiel, den Chorgesang und die Blasmusikklänge, den Samichlaus und den Weihnachtsmann, die Tannenbäume oder die in einen „Zuckerguss“ getauchten Dächer des Städtchens.

Doch von der himmlischen Stimmung allein hat der Mensch nicht gelebt. Gut darum, dass es auch an profaneren Angeboten nicht mangelte. An Würsten beispielsweise, an Käseschnitten, Kuchen oder Glühwein. Im Gegensatz zu den himmlischen sind diese irdischen Dinge aber nur allzu vergänglich: Gut informierten Kreisen zufolge sollen diverse Willisauer Geschäftsleute eine kantonsübergreifende Fahndung nach Wurst und Brot lanciert haben, um alle hungrigen Mäuler stopfen zu können. Und selbst die Wirte nahmen für einmal das Wort Wirtschaftskrise nicht in den Mund…

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Tausende von Marktbesuchern bahnen sich einen Weg durch die Hauptgasse.

„Wir sind rundum zufrieden“, bilanzierte denn auch eine strahlende OK-Präsidentin Beatrice Grüter-Auchli. Und IWG-Präsident Lucas Peter war schlicht „stolz auf unsere Mitglieder“. Der Aufwand hatte sich gelohnt. Denn am Willisauer Christkindli-Märt wurde nicht nur gegessen und gestaunt, sondern auch reichlich gekauft. An den Marktständen, vor allem aber auch in den Läden, herrschte Hochbetrieb. Auffallend die vielen Kundinnen und Kunden von auswärts. Und viele „Heimweh-Willisauer“ freuten sich, neben Kilbi und Fasnacht eine weitere Gelegenheit geboten zu bekommen, der alten Heimat einen Besuch abzustatten.

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Gross war die Auswahl.

Dass der Christkindli-Märt nach diesem durchschlagenden Erfolg einen festen Platz im Willisauer Jahreskalender erhalten wird, ausser Diskussion. „Es macht uns zwar fast etwas Angst, dass die Erwartungen nach dieser Premiere zu stark in die Höhe schnellen“, sagt Beatrice Grüter. Schon in den nächsten Tagen will das OK Bilanz ziehen, mögliche Verbesserungen und Ergänzungen prüfen. Noch ausgebaut werden dürfte auf vielfachen Wünsch beispielsweise die musikalische Untermalung. Was die Zahl der Marktstände betrifft, strebt man hingegen in der Hauptgasse keine Erweiterung an, weil sich die lockere Annordnung bewährt habe. Allenfalls könnten die Schaalgasse oder die Chilegass einbezogen werden. Doch zuerst soll es jetzt Weihnachten werden und dann Ostern – eins nach dem anderen.

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Liegenschaft Lustenberger-Betschart, 1972, Schötz

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Vor genau 46 Jahren: ein Bild der Verwüstung. So zeigte sich die Landschaft ab der Liegenschaft Josef Lustenberger-Betschart (heute Josef Lustenberger-Dahinden), Wissenhusen, Schötz, am 23. November 1972, mit Blick in Richtung Ronmühle und Liegenschaft Hunkeler. Damals führte die Wissenhusenstrasse südlich an der Liegenschaft Lustenberger vorbei über die alte Wiggernbrücke, dann südlich an der damaligen Liegenschaft Franz Meyer-Bättig vorbei über den Maienrain und das Altersheim nach Egolzwil. Nach einem 3-tägigen Dauerregen wurde die Wiggernbrücke weggespült. Der Rückstau führte dazu, dass sich die grossen Wassermassen ihren Weg in Richtung Ronmühle bahnten (siehe Bild, heute Standort der Fussballanlage). Gewaltige Mengen von Erde/Kies gelangten dann in den tiefer gelegenen Ronkanal. Dieser wurde völlig verstopft und der gewaltige Rückstau setzte einen grossen Teil der Wauwilermoosebene unter Wasser. Dieses Ereignis war der Auslöser für eine neue grosszügige Strassenführung Schötz–Egolzwil, die einige Jahre später realisiert wurde. – Das Bild wurde zur Verfügung gestellt von Mauriz Willimann, Schötz.

Aus dem WB vom 14. November 1968

Pfaffnau erhält ein Gemeindehaus

Zur ausserordentlichen Einwohner-Gemeindeversammlung fand sich letzten Montag, 11. November, abends 20.00 Uhr in der Turnhalle des alten Schulhauses Pfaffnau eine erfreuliche Anzahl von 110 Bürgern ein, denn es galt, wichtige Beschlüsse zu fassen. Pünktlich konnte Gemeindepräsident Theo Kugler die Versammlung eröffnen. Zuerst gedachten die Anwesenden der bei der furchtbaren Eisenbahnkatastrophe im Wallis verunglückten zehn Personen aus der Gemeinde und der im laufenden Jahre Verstorbenen. – Als erstes Traktandum folgte dann die Vorlage der Bauabrechnung über das neue Schulhaus in St. Urban, die von der kantonalen Kommission für Begutachtung von Projekten für Schulanlagen geprüft und in Ordnung befunden wurde. Die gesamte Bauanlage hat nach Ansicht dieser Kommission „einen vorzüglichen Eindruck“ hinterlassen. Es wurden moderne und zweckmässige Schulräume geschaffen. die Details wurden sorgfältig gepflegt. Dies ist das Verdienst des planenden Architekten Thomas Jäger, Beromünster. Der Gemeinde Pfaffnau gebührt für diese grosszügige Anlage der Dank der kantonalen Schulbehörde Einstimmig wurde die Abrechnung genehmigt und beschlossen, die hiefür bestehenden Kontokorrentschulden auf der Darlehenskasse St. Gallen und Pfaffnau in ein Annuitätenanleihen von 830000 Franken umzuwandeln.

Im zweiten Traktandum resultierte der einstimmige Beschluss, das sogennante Zehntenhaus (Gemeindekanzlei mit Feuerwehrlokal) Pfaffnau zum Preise von 50000 Franken an die katholische Kirchgemeinde Pfaffnau zu veräussern.

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Modell des Projektes (Foto Friebel, Sursee)

Hierauf schritt man zur Behandlung des Haupttraktandums: Bau des neuen Gemeindehauses in Pfaffnau. Die räumlichen Verhältnisse in der heutigen Kanzlei sind bekanntlich äusserst prekär geworden. Um die Sanierung dieser misslichen Zustände, die zu verschiedenen Malen von regierungsrätlicher Seite beanstandet wurden, voranzutreiben, hat die Gemeindehaus-Kommission vorzügliche Vorarbeit geleistet. Das vorliegende Projekt, hervorgegangen aus einem Wettbewerb und zur Weiterüberarbeitung dem Architekturbüro G. Walder und K. Steger, Reiden, übertragen, verspricht eine gerechte Lösung des Raumproblems. Das Raumprogramm umfasst: Gemeindeverwaltungsräume, Feuerwehrmagazin, Polizeiposten mit Wohnung, zwei Appartementswohnungen und 60 Parkplätze für PW. Nachdem Architekt G. Walder der Versammlung den Bau vorgestellt hatte, schritt man zur Abstimmung, die dann auch mit überwältigender Mehrheit den hierfür notwendigen Kredit  von 670000 Franken und die Aufnahme eines Bankdarlehens von 590000 Franken erteilte. Mit sichtlicher Freude begrüssten und verdankten Präsident Kugler und Gemeindeschreiber H. Bättig die grosszügig erteilte Zustimmung.

Nun folgte der einstimmige Beschluss zum Beitritt der Gemeinde Pfaffnau zum öffentlich-rechtlichen Gemeinde-Zweckverband für die Organisation der Amtsvormundschaft im Amte Willisau.

Nach Erledigung der Geschäfte orientierte Gemeindeammann V. Rösli über die finanzielle Lage der Gemeinde. Nachdem die beiden Schulhäuser Pfaffnau und St. Urban in sehr zufriedenstellender Art und Weise erstellt werden konnten, dürfe man ohne Steuererhöhung zum Bau des Gemeindehauses schreiten. Wohl hat die Gemeinde noch mehrere bauliche Aufgaben vor sich. Doch sei der Bau des Gemeindehauses am vordringlichsten. Der Baubeschluss bedeute für die Gemeinde ein wichtiger Marktstein.

Nachdem Präsident Kugler allen Anwesenden für ihr Interesse am Gemeindegeschehen gedankt und ein gutes Jahresende gewünscht hatte, konnte die Versammlung nach einstündiger Dauer geschlossen werden.

Familie Schumacher-Jenny, Luthern Bad

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Auf dem elterlichen Hof von Elisabeth und Franz Schumacher-Jenny, Unter-Wisshubel, Luthern Bad, wuchsen zehn Kinder auf, darunter mein Gottfried Schumacher, der Vater von Berta Staffelbach-Schumacher, Hergiswil b. W., die das Bild zur Verfügung gestellt hat. Auf dem Bild zu sehen sind die Eltern, die zehn Kinder und ihre Grossmutter. Die Kinder und ihre Jahrgänge: Franz Josef 1895, Johann 1896, Gottfried 1897, Anton 1898, Marie 1900, Julius 1903, Agatha 1904, Eduard 1906, Alois 1907, Alfred 1910.