Aus dem WB vom 28. Mai 1937

Zur Verkehrssicherheit in Willisau. Willisau ist keine Grossstadt, die einer eigenen ausgeklügelten Verkehrsregelung bedarf mit hunderterlei von Vorschriften und Geboten. Aber trotzdem ist es auch bei uns notwendig, dass sich die Fahrzeuglenker jedwelcher Art und das Publikum, Kinder und Erwachsene, gewisser Regeln befleissigen. Wenn daher im Nachfolgenden einige konkrete Vorschläge für eine weitgehende Verkehrssicherheit gemacht werden, hat das mit einer Kritik an Behörden oder Aufsichtspersonen nichts zu tun.

Viele Fussgänger kennen die Grundregeln des Verkehrs nicht, dass bei Ermangeln eines Trottoirs immer rechts zu gehen und bei Überschreiten einer Strasse vorerst die Sicherheit zu vergewissern ist. eine aus ärztlichen Kreisen an dieser Stelle angeregte andere Regelung finden wir nicht durchführbar. Oft und oft erschrickt man darob, wie Kinder ab Trottoirs, aus Häusern und Nebenstrassen sich auf die offene Fahrbahn begeben, jede Vorschicht ausser Acht lassend. Gewöhnlich ist irgend ein Spiel die Ursache. Wenn Kinder nicht tatsächlich einen guten Schutzengel hätten, wären Unfälle dieser Art an der Tagesordnung. Eine Unart ist das Trottinet- und Kindervelosfahren auf den Trottoirs. Man möchte den Kleine diese Freude von Herzen gönnen. Aber es geschieht oft so ohne Rücksicht auf die Fussgänger, dass diese Mühe haben, ungeschoren durchzukommen. Wenn nicht Unfälle entstehen, so bleiben doch schmutzige und staubige Kleider zurück. Hier wäre Abhilfe notwendig.

Auch der Radfahrer ist nicht immer einwandfrei. Trotzdem das Motorfahrzeuggesetz und die bezügliche Verordnung vorschreiben, dass jedes Fahrrad mit Licht versehen sein muss und dass bei eintretender Dunkelheit die Beleuchtung einzuschalten ist, trifft man auf allen Gassen und Strassen zur Nachtzeit Velofahrer ohne Licht, meistens Schüler oder halbwüchsige Burschen. Ihr Tempo ist vielfach das eines Renners und ihre Kunst gipfelt darin, dass sie in möglichst scharfer Kurve um Ecken und an Leuten vorbei laufen, dass in jedem Moment ein Unglück befürchtet werden muss. Dass dieser „Erfolg“ nicht eintritt, ist wohl der tatsächlichen Geschicklichkeit dieser Balanciers zuzuschreiben. Gleichwohl ist das zum mindesten eine Unhöflichkeit und wirkliche Gefährdung der persönlichen Sicherheit.

Theatergesellschaft Zell, 1954

17039-sta-annodazumal2.jpg17039-sta-annodazumal1.jpgVor 60 Jahren schloss die Theatergesellschaft Zell mit «Dr. Faust» die Theatergeschichte Zell ab. Die Gründung geht in die Zwanzigerjahre des letzten Jahrhunderts zurück. Da ein Brand des ehemaligen Restaurants Lindengarten alle Akten und Theaterbilder zerstörte, sind diese Gründungsakten verloren gegangen. Mit der gelungenen Produktion von «Faust» (Bild unten) ging diese Ära zu Ende. Einige Schlager sind wohl der älteren Garde noch präsent – zum Beispiel s`Nullerl, Lumpazi Vagabundus und Hannali (Gruppenbild der Produktion von 1954 oben). Die Bilder wurden zur Verfügung gestellt von Franz Wüest.